Eine Linke, die den Menschen hasst!

Eine Linke, die den Menschen hasst !
Michel Kilo
Mittwoch, den 24 April 2013 00:38

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Stalin, der über Russland von 1921 bis 1954 mit eiserner Hand herrschte, und laut mancher Schätzungen über 20 Millionen Bürgerinnen und Bürger Russlands umbrachte, schrieb ein Buch, für das er einen über Zynismus kaum zu übertreffenden Titel aussuchte, nämlich: «Der Mensch, das wertvollste Kapital».

Für Stalins Verstand war der Mensch nicht dem normal lebenden, arbeitenden, denkenden und sterblichen Bürger gleich. Vielmehr war der Mensch für ihn geradezu ein abstraktes Wesen, das nichts mit dem Begriff des real existierenden Menschen verbindet. Aus diesem Grund war es für ihn ein Leichtes, den abstrakten, nicht greifbar existierenden Menschen, als „wertvollstes Kapital“ zu betrachten und zugleich dem realen Menschen alle seine Rechte zu entziehen, einschließlich des Rechts zum Leben und zum Existieren, und ihn somit zum überflüssigen, wertlosen Geschöpf abzuwerten, dessen Tötung keinen Angriff auf den Menschen darstellt, von dem in seinem Buch die Rede war und welchen er würdigte und hoch schätzte im gleichen Maß, wie er den effektiven Menschen verachtete und vernichtete.

Diese verwerfliche Paradoxie, wie auch die Auffassung der einstigen sozialistischen Regime dem Menschen gegenüber, rechtfertigte ihre Legitimität damit, die Anforderungen eines freien und würdevollen Menschendaseins zu sichern. In Wahrheit jedoch tat sie nichts anderes als den Menschen zu brechen und zu entwürdigen, ihn in einen gefügigen Untertanen zu verwandeln, der weder das Recht hat zu denken, noch sich frei zu äußern und somit der elementarsten Bestandsteile seines Daseins beraubt ist. An all dies erinnerte mich das zuletzt in Deutschland erschienene Buch über Syrien, das seine linken Verfasser «Syrien – Wie man einen säkularen Staat zerstört und eine Gesellschaft islamisiert » titulierten.

Die deutschen Linken übersehen das massakrierte Volk und den Menschen, der durch Bomben und Raketen niedergemetzelt wird. Sie verstehen nicht sein Verlangen nach Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Würde. Sie überhören das Heulen der Mütter und ihnen entgehen die Bilder von verstörten Kindern, die ihre Augen mit Händen beschirmen vor den abscheulichen Gräueltaten einer Realität, die seit 40 Jahren von einem Regime auferlegt wird, das nun seit zwei Jahren zum Zertreten dessen, was noch von der Gesellschaft übrig blieb, übergeht. Aber diejenigen, die das Buch herausgaben, übersehen all dies und sprechen von der Zerstörung des säkularen Staats und der Islamisierung der Gesellschaft, als sei der „Assadismus“ überhaupt einmal säkular gewesen, als sei die Islamisierung einer ohnehin islamischen Gesellschaft die größte Bedrohung und die schlimmste Verschwörung.

Es wäre überflüssig zu wiederholen, was schon seit fast 50 Jahren immer wieder gesagt wird, dass ein Staat ohne freie Bürger nicht existieren kann. Auch bedarf es keiner Beteuerung, dass die durch das syrische Regime angewandte Gewalt eben diese eine Wahrheit heraushob, nämlich dass es in Syrien keinen Staat gibt. Gäbe es dort einen Staat, wäre Baschar al-Assad hinter Gittern oder mit einer Schlinge um den Hals. Bisher setzt der Autoritarismus den Staat und die Gesellschaft ab, indem er sie einzelnen Mafiaartig organisierten Apparaten aussetzt, die von schwer bewaffneten, Banden geführt werden, die von der Politik außer Gewalt nichts im Sinne haben. Dabei ist Politik genau genommen das Gegenteil von Gewalt. Letztlich brauche ich nicht vorzutragen, dass es die Politik des Systems war, die Gesellschaft in die Islamisierungsfalle zu treiben, um sie unterdrücken zu können und jegliche Politisierung zu unterbinden, die zum Anspruch auf Rechte oder zum Streben nach Erlösung von der regierenden Mafia führen könnte. Die Zerstörung des Staates und die Islamisierung der Gesellschaft sind der Hintergrund des gegenwärtigen Volksaufstands und zählen keines Falls zu dessen Wirkungen.

Paradoxerweise waren es gerade die Linken soziologischen Denker, die diese Entwicklungen erforschten, zahlreiche Studien darüber machten und uns ihr Fazit offenbarten, dass ein säkularer Staat, dafür dass er die individuellen und die allgemeinen Freiheiten schützt, sich mit Sektierertum nicht vereinbart. Doch bereits bei der ersten Bewährungsprobe erkennen wir die Widersprüchlichkeit zwischen Worten und Haltungen in der Verachtung des Menschen und der Würdigung seiner Mörder, ganz einfach weil diese an der Macht sind und Säkularismus angeben, als rechtfertigte dies die Ermordung und die Vertreibung von Millionen Menschen und die Verwüstung ihrer Städte und Dörfer.

Die Linken haben sich weder nach den Ursachen des gesellschaftlichen Aufstands, noch nach der Zerstörung des Staates und wer ihn zerstörte gefragt, weil sie die Ausführungen des Regimes adoptierten. Sie sprechen das Regime von all dem frei, was in Syrien geschieht und stellen ihn als Opfer mysteriöser Akteure dar, deren Kulissen nur sie kennen.

Sie sorgen sich um den säkularen Staat und die säkulare Gesellschaft. Doch welchen Nutzen bringt ein Säkularismus, der gegen den Menschen ist, das wertvollste Kapital in Worten, das in der Realität massakriert wird? Gibt es ein widerwärtigeres Verbrechen, wenn Menschen durch einen angeblich säkularen Staat ermordet werden? Dabei erkennt der Assadische „Staat“ die Menschenrechte nicht einmal an und in all den vergangenen 40 Jahren verfolgte er einzig jene, die für Demokratie eintraten. Dabei marschierte er seit seiner Gründung durch Hafiz al-Assad Hand in Hand mit den radikalsten Elementen des politischen Islam, organisierte und bildete sie aus, um vor und mit ihnen der Allgemeinheit Angst einzujagen, und benutzte sie gegen die Nachbarn Syriens, von Irak bis Libanon und von der Golfregion über Jordanien und Palästina bis Europa.

Es wurde kein säkularer Staat in Syrien zerstört, denn es gab dort einen solchen Staat ganz und gar nicht. Und es wurde keine syrische Gesellschaft islamisiert, denn wenn sie islamisiert worden wäre, dann hätte sie nicht die Freiheit zum Ziel ihrer Revolution gemacht, und sie hätte auch nicht die Versuche, die Revolution von ihren Zielen abzubringen, erfolgreich abgewehrt. Die Zukunft wird es bestätigen.

Source:

سوريا: يسار يكره الإنسان!

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